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Planet der Affen - Revolution: Großes Gefühlskino aus der endzeitlichen Apokalypse

von Frank Baring

10 Jahre nachdem ein Virus nahezu die gesamte Menscheit getötet oder in Enklaven vertrieben hat, spielt die Fortsetzung einer meisterhaften Neuinszenierung des klassischen Plante der Affen Erzählung. In San Fransisco versucht ein Teil der Überlebenden ihr Leben zu in die Hand zu nehmen und sich gegenüber einer scheinbar feindlichen Umwelt zu sichern. Auch die Affen aus dem ersten Teil der neuen Filmadaption haben sich in den Muir Woods ein neues Zuhause geschaffen. Caesar, ihr Anführer, muss sich sich jedoch einem Gegner in den eigenen Reihen erwehren und auch die Begegnung mit Menschen birgt neue Konflikte. Genug Stoff also, um in einem neuen Teil der Filmreihe vor allem in optischer Hinsicht opulente Bilder zu schaffen. Planet der Affen: Revolution war bereits für mich im Vorfeld das Kinohighighlight des Jahres 2014. Und der Film ist es auch bis Oktober geblieben.

Ich möchte es kurz machen und diesen Film bereits eingangs meiner Rezension nicht nur loben, sondern schlicht als Meisterwerk bezeichnen. Warum? Es ist unglaublich fesselnd, mit welcher Intensität und vor allem Ausdruck Gefühle und Gefühlslagen inszeniert werden. Dies liegt nicht nur im Zwiespalt von Caesar zwischen Überlebensdrang der Affengemeinschaft und Menschen-zugewandtheit, so bedeutend er als Hauptprotagonist auch für die Handlung ist. Familie, Zuhause und Konflikt zeichnet der Film unglaublich intensiv und blendet dabei die Gegensätze Vertrauen und Misstrauen, Hass und Freundschaft immer wieder ein. Figuren wie Caesars Sohn durchlaufen hier im Verlauf des Films spannende Wendungen.

Doch nicht nur die Figur des Caesar weiß in der Oskar-reifen Darstellung von Andy Serkis zu überzeugen. Der in seinem Hass verblendete Koba erscheint fast als wahrer Hauptdarsteller. Doch nicht nur die Hauptfiguren sind wunderbar ausgarbeitet. Ebenso die Nebendarsteller und das Szenario. Herrlich wirkt auch auch das klare Intro als Vorbereitung des Main Plots. So viel Action der Film auch bietet, so ist er doch kein Schlachtengetümmel zwischen Affe und Mensch. Die ca. 130 Min. sind perfekt arrangiert, da gerade in den ruhigen Momenten der Film Tiefe gewinnt, um plötzlich durch Missverständnisse und Misstrauen in Konflikte zu münden oder Tempo herauszunehmen, damit Affe und Mensch wieder über Chancen auf ein friedlicheres Nebeneinander ringen können. Auch die Kommunikation der Affen untereinander ist ein wahres Highlight zu verfolgen. Dabei führten die Trailer vor der Premiere in einer Hinsicht in die Irre.

Gary Oldman als vermeintlicher klarer Bösewicht zeigt der Film wesentlich differenzierter - als ein auf´s Überleben bedachter, der Familie beraubter und letztlich doch verblendeter Anführer. Für mich ist die neue Planet der Affen Filmreihe die mit Abstand beste Filmreihe seit Jahren. Doch ohne die Special Effects und die seit 2011 augenscheinliche Weiterentwicklung zu Prevolution wäre das so nicht denkbar. Leise hört und liest man auch Kritik an diesem Prozess, der die Realität aus den Filmen zunehmend verbannt. Dennoch muss man - so finde ich - feststellen, dass Revolution ein Beleg für die großartigen filmischen Möglichkeiten ist, eine derartige atmosphärische Dichte zu stiften und den Affen Ausdrucksvermögen zu verleihen, die unglaublich beeindruckend wirkt. Science Fiction kann, dies zeigt "Planet der Affen - Revolution" eindeutig, fesselnde Unterhaltung mit tiefgründiger Erzählung verbinden, wenn so gute Drehbücher geschrieben werden, wie es Rick Jaffa und Amanda Silver hier geschafft haben.